2000 Meter Aufstieg für einen Aquamarin Kristall

von Berthold Gallinat

Höchst eindrucksvolle Einblicke in die wunderbare und faszinierende Welt der Mineralien gibt eine Mineralienausstellung, die Martin Weigand unter dem Titel „Von Namibia bis ins obere Achertal" als Dauerausstellung im Foyer des Rathauses eingerichtet hat.
„Als Martin Weigand mit seiner Idee zu einer Mineralienausstellung im vergangenen Jahr auf die Gemeinde zukam, konnten wir uns nicht vorstellen, aus welch atemberaubenden Stücken sich sein Fundus zusammensetzt", meinte Bürgermeister Hans-Jürgen Decker anerkennend in seiner Eröffnungsansprache und in der Tat finden sich Exponate aus allen fünf Kontinenten und aus über dreißig Ländern in den drei Ausstellungsvitrinen im Foyer des Rathauses. Die drei Vitrinen hat Martin Weigand unter den Titeln „Systematische Sammlung", Sammlung „Namibia" und Sammlung „Mineralien und Gesteine des oberen Achertals" eingerichtet und hat akribisch einen Katalog zusammengestellt, in dem jedes Exponat und seine Herkunft bezeichnet ist.
Wie Martin Weigand erläuterte, hat er in der Vitrine „Systematische Sammlung" ausgewählte Mineralien nach ihrer chemischen Klassifizierung geordnet, diese reicht von A: Elemente über B: Sulfide, C: Halogenide, D: Oxide/Hydroxide, E: Quarz und Silikate, F: Phosphate, G: Sulfate und H: Karbonate bis zu J: Borate/Nitrate. An Beispielen zeigte er zudem die Verwendung der Mineralien in der Schmuckindustrie auf.
Anschaulich stellte er Funde der Sammlung „Namibia" und „Mineralien und Gesteine des oberen Achertals" vor, aber ebenso interessant wie seine Ausführungen zu den Mineralien waren Weigands Erzählungen über die Begegnungen mit den Menschen an den Fundorten sowie über Erlebnisse. So begegnete er in Namibia in der Wüste Namib bei der Suche nach Bergkristallen und Topas-Edelsteinen einem Mädchen, dem er Mineralien abkaufen wollte. Das Mädchen aber fragte nach Essen und Trinken und so versorgte er es von den eigenen Vorräten mit Wasser, Obst und anderem und bekam dafür einen schönen Rauchquarz geschenkt. Manches Stück musste auch hart erarbeitet werden wie zum Beispiel mit einem Aufstieg von 2000 Meter auf einen Berg in Zentralnamibia. Der Lohn war ein faszinierender Aquamarin Kristall. Näher lagen da schon die Schätze des Achertals, obwohl auch die erarbeitet werden mussten.
Der Ausstellungskatalog gibt nicht nur die Funde an, sondern er enthält auch Informationen und Erläuterungen und im Anhang ein Literatur- und Webseitenverzeichnis. Bürgermeister Hans-Jürgen Decker dankte Martin Weigand herzlich für die Bereicherung des Rathauses und von den Besuchern der Vernissage gab es anerkennenden Beifall. Die Ausstellung kann zu den normalen Öffnungszeiten des Rathauses zu besichtigt werden.